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Bouldern: Klettern ohne Netz und doppelten Boden

Bouldern ist eine Sportart, bei der das Klettern ohne Gurte oder Seile an einer steilen Wand erfolgt. Diese Version des Sportkletterns kann selbstverständlich sowohl an künstlich errichteten Indoor-Anlagen als auch an Felswänden in der freien Natur durchgeführt werden.

Allerdings bleibt man beim Bouldern immer auf Absprunghöhe, der Spaß kommt daher nicht vom Adrenalin-Kick einer Freistilübung in luftiger Höhe. Vielmehr liegt die Herausforderung in der Bewältigung möglichst komplizierter Griffe ohne Sicherung und Hilfestellungen, der Schwierigkeitsgrad kann dabei je nach Können variiert werden. Körperliche Fitness, ein Hang zu akrobatischen Einlagen, der unbedingte Wille, an seine eigenen Grenzen zu gehen, und ein wenig Wagemut sind so für den Kletterer die wichtigsten Voraussetzungen.

Trendsport Bouldern: Klettern mit Kraft und Geschick

Die Routen, die man beim Bouldern zurückzulegen hat, sind verhältnismäßig kurz, trotzdem braucht es hierfür eine deutlich größere Kraftanstrengung als bei anderen Kletter-Varianten. Das Ziel für ehrgeizige Boulder-Freunde ist es eben auch, die Route mit möglichst wenigen Griffen zu bewältigen. Daher strecken sie sich zwischen den Start- und Topgriffen, so weit es gerade noch geht, um nur so viele Versuche unternehmen zu müssen, wie unbedingt notwendig. Neben Ausdauer, Muskelkraft und Geschick sind demnach auch eine kluge Taktik sowie ausreichend Motivation gefragt, denn nur wer vorausschauend klettert und sich selbst maximal fordert, kann das Ziel mit möglichst wenigen Griffen erreichen.

Bouldern im Aktivurlaub: Beliebte Reiseziele

Wer vom Indoor-Bouldern genug hat und seine Fähigkeiten in freier Natur testen möchte, hat gerade in Europa jede Menge Gelegenheit dazu. Bekannte Boulder-Gebiete befinden sich zum Beispiel in Süd- und Osttirol: Das Pustertal bietet gleich verschiedene Anlaufstellen für Boulder-Fans und auch die Ferienregionen im Eisacktal, Wipptal oder im österreichischen Zillertal sind bei Sportkletterern sehr beliebt. Auch Deutschland verfügt über Boulder-Gebiete, vor allem in Bayern: Hier laden die Kletterregionen Nördlicher Frankenjura und Kochel zum Aktivurlaub ein.

Eines der ältesten Bouldergebiete Europas liegt in Frankreich, genauer gesagt im Wald von Fontainebleau. Die dortigen Sandsteinformationen ziehen Sportler aus aller Welt an, und das schon seit mehr als einem Jahrhundert. Doch auch die USA ist mit den Hueco Tanks in Texas, den Kletterouten im Yosemite Nationalpark oder Boulder Canyon in Colorado ein beliebtes Ziel für Kletterreisen. Und wer sich einmal in exotischer Umgebung beweisen möchte, findet im indischen Hampi vielleicht sein persönliches Idealbild eines Bouldergebietes. Doch egal, wo Sportkletterer ihren persönlichen Olymp nun bezwingen – Die Leistung selbst ist letztlich das, was wirklich zählt.