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Vardø – östlichste Stadt Norwegens

Eine Bezeichnung von Vardø als östlichste Stadt Norwegens in der gängigen Literatur ist für viele Norwegenbesucher äußerst irreführend. Zwar ist Vardø die östlichste Stadt in Norwegen, liegt aber andererseits auch ganz weit im Norden am Ufer des Eismeeres.

Die Stadt selbst befindet sich auf der Insel Hornøya und ist mit dem Festland durch einen Unterwassertunnel verbunden.
Die rund 2.500 Einwohner von Vardø müssen sich ganzjährig mit den niedrigen Temperaturen auseinandersetzen, die für einen Mitteleuropa schon fast winterlichen Charakter haben. Die Temperaturen liegen den Großteil des Jahres unter +10 Grad. In der Zeit zwischen dem 23. November und dem 21. Januar ist keine Sonne am Horizont zu erblicken und das Tageslicht erinnert mehr an die Nacht. Die Rückkehr der Sonne am 21. Januar wird dann aber von den Bewohnern ausgiebig gefeiert und die Sonne mit einem Böllerschuss aus der Kanone begrüßt.

In der Geschichte ist Vardø vor allem durch den florierenden Pomorhandel bekannt geworden. Pomor bedeutet „am Meer gelegen“ und bezeichnet eine Handelsform in Nordeuropa, die rund 200 Jahre Bestand hatte und erst durch die Oktoberrevolution 1917 zum Erliegen kam. Hierbei ging es hauptsächlich um den Kauf und Verkauf von Fisch, Getreide und Gebrauchsgegenstände. Besonders intensiv war der Handel mit russischen Orten.

Zum Glück für die Bewohner und für die Wirtschaft wurden eine gute Infrastruktur sowie günstige Verkehrswege angelegt. So wird die Stadt täglich von Postschiffen der Hurtigrouten angelaufen, was eine dauerhafte Grundversorgung sichert. Außerdem hat man rund vier Kilometer außerhalb der Stadt einen Flughafen gebaut, welche Vardø durch Inlandsflüge mit anderen Metropolen verbindet.

Zwei Großereignisse locken zahlreiche Touristen in den Ort. In der Polarnacht findet jedes Jahr ein Kultur- und Bluesfestival statt, bei dem sich Künstler aus dem In- und Ausland ein Stelldichein geben. Das Arctic Giants Rennen hingegen ist eine große sportliche Herausforderung. Die rund 100 Kilometer lange Strecke muss auf Schneescootern bewältigt werden. Dem Sieger winkten rund 20.000 norwegische Kronen als Preisgeld.

Die Festung Vardøhus ist die nördlichste Festung der Welt. Ihre Erbauung soll im 14. Jahrhundert stattgefunden haben. Der dänische König Christian ließ zwischen 1734 und 1738 die Festung erheblich ausbauen und verstärken. Inzwischen steht die Festung unter Denkmalschutz und in ihren Gemäuern ist das Vardøhus Museum eingerichtet worden, welches sich mit der Historie der Festung auseinandersetzt. Von hier aus werden am 21. Januar auch die Kanonen zur Begrüßung der Sonne abgefeuert.

Viele Sagen und Legenden ranken sich um den Domen von Vardø. Im 17. Jahrhundert wurden hier rund 80 Hexen verbrannt, die alljährlich in den Nächten vor Mittsommer und Weihnachten hier versammeln. Dann sollte man diesen Ort auf jeden Fall meiden.

Mit dem dunklen Kapitel des 2. Weltkrieges beschäftigt sich das Partisanenmuseum in Vardø. Während der deutschen Besatzungszeit gingen viele Norweger zum Partisanenkampf über, weil im direkten Duell mit der Wehrmacht unterlegen gewesen wären. Aber auch diese Art des Befreiungskampfes forderte viele Menschenleben auf norwegischer Seite.

Zwei Kirchen in Vardø sind besonders zu empfehlen. Die Stegelhevet Kapell aus Holz stammt aus dem Jahr 1858 und bietet rund 40 Besuchern Platz. Etwas mehr Sitzplätze gibt es in der Kiberg Bedehuskapell, welche ebenfalls sehenswert ist.
Ausflüge in die Umgebung führen zu kleineren deutschen Festungen, die als warnende Beispiele erhalten werden, oder zu Gräbern aus Steinzeit. Die herrliche Natur schafft ideale Voraussetzungen für Vogelkolonien. Forscher entdeckten mehrere seltene Arten.

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