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Sentiero della Pace in Norditalien: Wandern auf den Spuren des Friedens

Blick auf Rovereto

Weit schweift der Blick über die gewaltigen Felsformationen der Alpen – nichts liegt ferner, als der Gedanke an Krieg. Doch zwischen dem Trentino und dem Passo Tonale verlief im Ersten Weltkrieg die Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien, die bald zur umkämpften Front wurde. 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs führt ein Wanderweg entlang der Front: Der Friedenspfad „Sentiero della Pace“.

Rovereto – Stadt des Friedens

Der Sentiero della Pace beginnt nahe der heutigen Grenze zwischen Italien und Österreich in Osttirol. Er durchquert die schöne Bergwelt des Trentino in Südtirol, bevor er im Westen nach der Schweizer Grenze am Stilfserjoch endet. Mehr als 500 Kilometer und 30 Etappen liegen zwischen Start und Ende des Friedensweges.
Ein guter Einstieg in den Wanderweg ist die oberitalienische Stadt Rovereto, die den stolzen Beinamen „Stadt des Friedens“ trägt. Zum Auftakt der Wanderung auf den Spuren des Ersten Weltkriegs bietet Rovereto ein volles Programm. Das „Museo Storico Italiano della Guerra“ ist eines der größten Kriegsmuseen Italiens, im nahen „Ossario Castel Dante“ fanden die sterblichen Überreste von 20.000 Gefallenen des Ersten Weltkriegs ihre Ruhe und die Friedensglocke Maria Dolens erinnert seit 1924 an den Krieg.

Spuren des Krieges

Überall auf dem Friedensweg kann der aufmerksame Wanderer die Spuren des Krieges entdecken. Nahe der Stadt Rovereto ist der Pasubio zum Mahnmal geworden. Man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass die bizarre Form des Felsen nicht auf natürliche Weise geschaffen wurde, sondern Sprengstoff, Explosionen und Kampfhandlungen dem Berg sein heutiges Aussehen gaben. Eine große Zahl von Holzkreuzen erinnert noch heute an die schier endlosen Schlachten um die Gipfel des Berges.
Im weiteren Verlauf des Weges durch die Südalpen sind mehrere Tunnel, Festungen und Bollwerke aus dem Ersten Weltkrieg zu entdecken. Am besten erhalten ist die Festung Belvedere/Gschwendt, die bereits im 19. Jahrhundert angelegt wurde, um italienische Angriffe abzuwehren. Heute befindet sich hier ein sehenswertes Museum.

Natur und Geschichte

Auf der 500 Kilometer langen Strecke verbindet der Friedensweg die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg mit einem einmaligen Naturerlebnis. Dank der guten Verkehrsanbindung über die Brenner-Linie ist Rovereto gut mit Bahn und Auto zu erreichen. Überall entlang des Weges gibt es Hotels, Pensionen und Restaurant. Kartenmaterial und Informationen stellen die örtlichen Verkehrsbüros zur Verfügung.

Bild:Thinkstock, iStock, Fiorenzo Graziola