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Évora in Portugal: Architektonische Meisterwerke direkt bei Lissabon

Évora, etwa 130 Kilometer von Lissabon entfernt, kann als historisch-kultureller melting-pot bezeichnet werden, denn in diesem 50.000 Einwohnerstädtchen trifft römische auf maurische Baukunst und diese wiederum auf die Architektur des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Diese Einzigartigkeit macht die Stadt zu einem einzigartigen „Freilichtmuseum“.

Évora, die Hauptstadt der Alentejo Region zwischen Lissabon und der spanischen Grenze gelegen, gilt als eine der Touristenattraktionen des Südens Portugals. Die Stadt liegt inmitten einer wunderschönen Landschaft. Doch vor allem historisch interessierte werden in dieser geschichtsträchtigen, aber ganz und gar nicht langweiligen, Stadt auf ihre Kosten kommen.

Évora – melting-pot der Kulturen

Schon die Kelten hatten sich in dieser Region angesiedelt, aber Évora erlangte erst zwischen dem 1. Jh. v.Chr. und 615 nach Chr. an Bedeutung. Als die Römer kamen, sahen und bauten. Die Anwesenheit der Römer macht sich noch heute in der Architektur der Stadt bemerkbar: in der Burg, dem Aquädukt und vor allem dem „Templo Romano de Évora oder Templo de Diana“ (der Dianentempel), der als das römische Bauwerk gilt. Dieser, der Legende nach Diana, der römischen Göttin des Mondes, der Jagd und der Keuschheit, benannte Tempel gilt als eines der Symbole der römischen Besatzung. Doch nicht nur die römische Besatzung spiegelt sich in der Architektur der Stadt wieder, auch die Anwesenheit der Mauren findet sich im Stadtbild Évoras wieder.

Die Mauren, die 715 n. Chr. die Stadt eroberten und 1165 vertrieben wurden, hatten auch Anteil am architektonischen Stadtbild wie es heute ist. Sie trugen zur Verbesserung des städtischen Verteidigungssystems bei, was man noch heute an den gestärkten Stadttoren und den Überresten einer Kasbah (arabisch Festung, Zitadelle) erkennen kann.

Knochen, Kirchen, Kathedralen

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die bei einem Stadtbesuch nicht fehlen darf, ist die Besichtigung der „Capela dos Ossos“ (die Knochenkapelle). Wer sich von der Inschrift über dem Eingang nicht abschrecken lässt, die besagt: „Wir hier versammelten Gebeine warten auf die Eurigen“, der wird den Anblick der Kapelle nicht so schnell vergessen. Die Wände der im 16. Jahrhundert von einem Franziskanermönch erbauten Kapelle, hier kommen nun einige christliche Einflüsse hinzu, sind mit etwa 5000 Gebeinen und Schädeln gesäumt.

Ein weiteres Highlight von Évora ist schon bei der Anfahrt in die Stadt zu sehen, nämlich die Kathedrale. Der im 12. Jahrhundert errichtete Granitbau, dessen zwei ungleiche Türme das Stadtbild prägen, ist die größte mittelalterliche Kathedrale des Landes. Ihr Eingang bzw. das Portal das die 12 Aposteln in Marmor zeigt, gilt als Meisterwerk der frühgotischen Bildhaukunst.

Wie schon gesagt, ist die Stadt alles andere als langweilig, was sie unter anderem auch der Universität (der zweiältesten des Landes) verdankt. Dank der Universität, die auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, gegründet 1558, sind zahlreiche junge Menschen in den Straßen der Stadt unterwegs. Die Cafés und Bars sind gut besucht und abends tragen die Studenten dazu bei, dass Évora ein aktives Nachleben hat.
Die Stadt hat nicht nur erstaunlich unterschiedliche geschichtliche Einflüsse zu bieten, sondern ist auch von einer wunderschönen Region umgeben, die von Olivenbäumen, Korkeichenanbau und weiten Feldern geprägt ist.

Sie lässt jeden, der sich nicht in diese Gegend verliebt, (beihnah) herzlos erscheinen.

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