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Was tun beim Schlangenbiss? Erste Hilfe Tipps

Gerade Backcountry Trekker dürften wissen, dass ein Schlangenbiss nicht so selten vorkommt, wie man hoffen würde. Wer sofort Erste Hilfe leistet, kann unschöne Nachwirkungen vermeiden.

Man muss nicht in Australien unterwegs sein, um giftigen Schlagen über den Weg zu laufen, gerade für die Backpacker, die über einen längeren Zeitraum und in entlegenen Gegenden unterwegs sind, ist eine gute Vorbereitung das A und O, ein wenig Allgemeinwissen zu der heimischen Flora und Fauna kann sich dabei im Notfall zum Lebensretter ausmachen.

Symptome nach einem Schlangenbiss

Gerade einmal 30% aller Schlangenbisse sind von giftigen Schlangen und selbst davon sorgen nur 50% für eine Vergiftung, weshalb man Ruhe bewahren sollte.

Denn Stress und Panik können oftmals zu psychosomatischen Symptomen führen, die bei einer Vergiftung alles noch schlimmer machen können, bzw. Symptome einer echten Vergiftung kopieren und so eine Fehldiagnose riskieren.

Typische Symptome sind Erhöhter Puls, Atemnot, Übelkeit, Durchfall, Fieber, Schüttelfrost, Schweiß, Ohnmacht. Oftmals können diese Symptome allein durch die Panik hervor gerufen werden

Schlangenbiss: Was ist zu tun?

Nicht alle Schlangen geben ein Gift ab, wenn sie einen beißen, aber ihre Zähne sind so spitz, dass man trotzdem sofort die nötigen Schritte einleiten sollte, um etwa eine Entzündung zu verhindern, denn die Wunde kann relativ tief gehen.

1. Schritt – Vorsorge

Man sollte sich einigermaßen mit den giftigen Vertretern der Gegend auskennen, in der man sich aufhält, feste Schuhe und komplett bekleidete Beine können außerdem davor schützen, überhaupt erst von einer Schlange gebissen zu werden.

Dass man nicht mit ihnen spielen sollte, bzw. sie nicht reizen sollte, dürfte klar sein, Sicherheit geht vor witzige Fotoerinnerungen.

Egal, ob man sich mit Schlangen auskennt oder nicht, man sollte immer Abstand halten und keine Fotoposen machen oder ähnlich gefährliche Stunts. Da Schlangen sehr unterschiedlich gemustert sein können, kann man nie genau sicher sein, ob man eine giftige oder ungiftige Art vor sich hat, nicht zuletzt, weil viele ungiftige Arten sich die Muster giftiger Arten zum Schutz aneignen.

Da Schlangen Kaltblüter sind, findet man sie oftmals an sonnigen und besonders warmen Plätzen. In einem Zeltlager kann das also schnell auch mal ein Stiefel, der Schlafsack oder die Reisetasche sein.

Auch beim Klettern sollte man daher aufpassen, wenn man Griff sucht, da sie sich gerne auf heißen Steinvorsprüngen sonnen.

2. Schritt – Hilfe Rufen

Wann immer man die Gelegenheit hat, als erstes sollte man immer den Notruf informieren, vor allem, wenn man sich sicher, bzw. unsicher ist, dass man von einer giftigen Schlange gebissen wurde.

Beim Anruf, aber auch bei den normalen Erste Hilfe Maßnahmen sollte man sofort die genauen Beschreibungen der Schlange geben, so dass man sie bei einer Behandlung identifizieren kann (beispielsweise für das Gegengift).

Es reicht schon, wenn man zwischen Nattern, Kobras und Vipern unterscheiden kann, um entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Hinweis: Folgende Erkennungsmaßnahmen sind keine sicheren Garanten zur richtigen Identifizierung:

  • – Natter: Nattern haben sehr glatte, glänzende Schuppen und sind oftmals sehr auffällig gefärbt, mit schwarz-bunten Mustern. Sie haben sehr kleine, schmale Köpf und ihre Körper sind fast dreieckig.
  • – Kobra: Die Kobra ist meist sehr schlank und kann sich aufrichten. Sehr charakteristisch aber nicht unbedingt durchgängig vorhanden sind die berühmten „Flügel“ an den Köpfen, die ihnen ein größeres, einschüchterndes Auftreten ermöglichen.
  • – Viper: Vipern erscheinen oftmals etwas langsam, sie haben meist einen dreieckigen Kopf und kielförmige Schupen und sind breit mit einem kurzen Schwanz (was nicht heißt, dass sie insgesamt kurz sind)

3. Schritt: Erste Hilfe

  • – Sicher gehen, dass man sich selbst und das Opfer in Sicherheit vor weiteren Schlangenbissen bringt
  • – Da die Symptome oft auch aus Panik heraus verstärkt werden können, sollte man die Person ruhig stellen (das weder durch Medikamente, noch durch Alkohol)
  • – ! Alkohol beruhigt nicht und sorgt eher dafür, dass sich das Blut verdünnt und das Gift so noch schneller durch den Körper transportiert wird!
  • – Das gebissene Körperteil sollte möglichst oben gelagert sein, so dass der Blutfluss geringer wird und das potentielle Gift nicht so schnell durch den Körper gelangt. Das Körperteil sollte allerdings nicht abgebunden werden, die Wunde nicht kompressiert werden.
  • – Wunde frei legen (dafür sorgen, dass die Umgebung sauber ist und dass kein Dreck in die Wunde gelangen kann, wenn dies nicht gewährleistet werden kann, sollte man die Wunde bandagieren)
  • – Die Person zu einem Krankenhaus bringen, bzw. auf den Notdienst warten
  • – Person ruhig halten