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Übernachten in einer mongolischen Jurte

GletschersichtImmer wieder gibt es Anlass zum Staunen, wenn die Alpen sich dem Betrachten in ihrer bizarren Schönheit und immensen Größe präsentieren. Doch nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen dort sind stets für eine Überraschung gut…

 

Rochers-de-Naye

Im Schweizer Kanton Waadt, oberhalb vom malerischen Ort Montreux am Genfersee ragt das Felsmassiv des Rochers-de-Naye über zweitausend Meter empor. Hier oben bietet sich die Natur in all ihrer ursprünglichen Schönheit dar. Und genau hier oben können Abenteuerlustige auch über Nacht ausprobieren, wie robust sie wirklich sind. Allerdings werden in dieser Umgebung keine Zeltlager zu finden sein. Originellerweise hat man hier die Möglichkeit, vor traditionell mongolischen Jurten den Sonnenuntergang über Montreux sowie den Ausblick über den Genfersee und das gesamte Alpenmassiv zu genießen. Nun mag man aber sich fragen, was eigentlich eine mongolische Jurte ist.

Was ist überhaupt eine Jurte?

Die Mongolen als Volk von Nomaden lebten lange – und tun es teilweise noch heute – in einfachen Behausungen, die sich schnell auf- und abbauen ließen. Sie bestehen aus einem kreisförmigen Holzgestell und sind mit mehreren Lagen Stoff bespannt ist. Um die nächtliche Kälte auf dem Roches-de-Naye muss man sich trotzdem keine Sorgen machen. Die unterste Lage bildet zumeist ein Baumwolltuch, dass von dickem Wollfilz überspannt wird. Dieses bildet die Wärmedämmung, welche auch in der Mongolei von größter Wichtigkeit ist, da die Temperaturen dort mitunter stark schwanken. Die letzte Schicht besteht aus wasserdichtem Segeltuch. Das innere der Jurte kann durch einen kleinen Herd, dessen Ofenrohr durch die Krone ragt, zusätzlich beheizt werden. Zwar steht die Konstruktion ohne Verankerung auf dem Boden, doch das Eigengewicht der Jurte stabilisiert und sichert sie gegen den rauen Alpenwind.

Trotz der Nähe zu Montreux, von wo aus eine Zahnradbahn hinauf zum Gipfel führt, kann hier leicht das Gefühl aufkommen, man sei in der Zeit zurück und in eine fremdartige Kultur versetzt worden.

Foto: Fotolia, 5662932, Heidi Schmieder