Nilwanderung Teil I.

Nil ©wikipedia

Den meisten Menschen fällt beim Thema Ägypten die Sonne und die Pyramiden ein, dabei hat das Land neben jeder Menge Wüste und andere wunderschöne und vor allem historisch faszinierende Orte zu bieten.

Den Nil mittels eines Schiffes zu erkunden, ist heutzutage kein Hindernis mehr. Moderne Kreuzfahrtschiffe, die zwar nicht so gigantisch sind wie ihre Verwandten auf den Ozeanen, aber jede Menge Komfort und Annehmlichkeiten bieten, fahren meist von Kairo aus südwärts. An den historischen und kulturellen Stätten wird dann zur Besichtigung jeweils Station gemacht. Dabei kann das Entdecken des Nils ausgehend von seinem Ursprung zu Fuß und dem Auto wesentlich interessanter sein, weil man unterwegs viel vom ursprünglichen Ägypten erfährt und sich mit den Menschen des Landes auseinandersetzen kann.

Ausgangspunkt einer jeden Nilreise sollte Assuan sein, welches am Nasser-See gelegen ist und eines der beeindruckendsten Bauwerke der menschlichen Zivilisation zu bieten hat, den Assuan-Staudamm. Dieser in knapp zehn Jahren erbaute Staudamm reguliert den Wasserzufluss des Nils und hat somit die Landwirtschaft eines gesamten Landes revolutioniert. Vor seiner Errichtung wurde Ägypten regelmäßig von Nilfluten heimgesucht, welche große Teile der umliegenden Orte einfach wegschwemmte und Ernteerträge vollkommen vernichtete. Mittels des Assuan-Staudammes kann die Wasserzufuhr kontrolliert und zudem gigantische Mengen an Strom produziert werden. Zehn Milliarden Kilowatt erzeugt der Staudamm, der eine Länge von 3.600 Metern, eine Stärke von 960 Metern und eine Höhe 111 Metern besitzt.

Assuan selbst gilt mit seinen 400.000 Einwohnern als die südlichste Metropole Ägyptens und hat mehrere interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Mausoleum von Aga Khan thront auf einer kleinen Anhöhe oberhalb des Nils. Das Grab des einstigen Oberhauptes der Hodscha-Sekte wird jeden Tag mit frisch geschnittenen Rosen geschmückt. Nur wenige Meter vom Mausoleum entfernt liegt das Simeonskloster, das im 7.Jahrhundert gegründet wurde und einst das größte koptische Gebäude in Ägypten gewesen ist. Die Kopten sind die christliche Minderheit in Ägypten. Das Nubische Museum widmet sich der oberägyptischen Bevölkerungsgruppe von ihren Anfängen 4.500 v.Chr. bis zur heutigen Zeit. Sehenswerte Fresken, Grabsteine und Skulpturen zeugen von der Geschichte der Nuben.

Die nächste Station unserer Nilreise führt uns nach Edfu, das circa 100 Kilometer südlich von Luxor liegt und meist ein Tagesziel der dort wohnenden Touristen ist. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind in dem 35.000 Einwohner zählender Ort sind begrenzt, weshalb man rechtzeitig an ein Nacht-Quartier denken sollte. Zentraler Anlaufpunkt in Edfu ist das Horus-Heiligtum, welches zwischen 237 und 257 v.Chr. von den Ptolemäern errichtet wurde. In den gut erhaltenen Gemäuern kann man Reliefs mit Pharaonen-Darstellungen und faszinierenden Tierzeichnungen entdecken. In jedem der Säle wird dem Besucher eine Episode der Vergangenheit erzählt. Für den Besuch des Tempels sollte man sich ausreichend Zeit mitnehmen, da sonst bei der Vielzahl der Objekte wesentlich Details aus den Augen verloren werden.

Der nächste Abschnitt der Reise führt uns nach Luxor und das Tal der Könige.



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