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Menorca – Die Insel der tanzenden Pferde

Schwarz, elegant und kraftvoll sind die menorquinischen Pferde, die auf der Baleareninsel eine lange Tradition haben. Für Einheimische und Besucher birgt die enge Verbundenheit Menorcas mit ihren Pferden gleich mehrere Attraktionen.

Die Geschichte der menorquinischen Pferde begann vor Jahrhunderten als die Herrscher Menorcas berittene Patrouillen entlang der Küste der Insel befahlen, um nach feindlichen Schiffen Ausschau zu halten. Der Legende nach besaßen die menorquinischen Rappen schon damals eine Eigenart, für die sie heute bekannt sind: aufrecht auf die Hinterbeine gestellt sollen sie so den Angreifern entgegengelaufen und ihnen dadurch aus Entfernung wie Ungeheuer erschienen sein.

Menorcas Reiterfeste

In der Johannisnacht beginnt auf Menorca jeden Sommer ein Spektakel, das sich von Ende Juni bis Anfang September  elf Mal in verschiedenen Städten der Insel wiederholt. Der Auftakt der Feierlichkeiten findet in Ciutadella statt, wo sich Zehntausende versammeln, um einen Flötenspieler, der auf einem Esel zum Haus des Caixer Señor, des Vertreters des Adels auf den Festspielen, reitet und anschließend die Spiele eröffnet. 192 Reiter nehmen an diesem traditionellen Reiterfest teil: der Caixer Señor, je ein Vertreter der Kirche und des Handwerks und 189 Bauern, die begleitet von einer Musikkapelle ihre Runden durch die Stadt drehen. Jaleo wird der Tanz der Pferde auf Menorca genannt, bei dem sich die Rappen auf Kommando ihrer Reiter auf die Hinterbeine erheben und dabei von den Feiernden bedrängt und an Vorderbeinen und Herz berührt werden – denn dies soll Glück bringen.  Entlang der Route des Cami de Kane zieht die Reiterschar dann über Ferrerias und Es Mercadal nach Mahón und stellt an fast jedem Wochenende in einer anderen Stadt ihre Reitkünste und die Eleganz ihrer Pferde zur Schau, bis das Reiterfest in Mahón mit einer großen Abschlussfeier im September seinen Höhepunkt erreicht.

Wanderreiten auf Menorca

Ideal für einen Ausritt auf einem menorkinischen Rappen ist der Cami de Cavalls, der jahrhundertelang zur Überwachung der Küste genutzt und im Laufe der Zeit von den verschiedenen Herrschern der Insel immer weiter ausgebaut wurde. Auf fast 180 km führt der „Pferdeweg“ einmal um die Insel, vorbei an verschiedenen Sehenswürdigkeiten, wie dem Leuchtturm von Cap d’Artrutx oder der geschichtsträchtigen Illa del Rei. Dadurch, dass Menorca weniger touristischen ist als ihre balearischen Nachbarn, ist viel von ihrer Idylle und Ursprünglichkeit erhalten geblieben, aufgrund derer die Insel in den 1990ern zum Biosphärenreservat erklärt wurde.  Grüne Wälder, Bauernhöfe, felsige Küsten und malerische Strände prägen das Bild der Insel und machen einen Wanderritt auf Menorca zu einem unvergesslichen Erlebnis. Seit 2000 wurde der Cami de Cavalls als Reitweg wieder nutzbar gemacht, aber er eignet sich auch, um zu Fuß oder auf dem Mountainbike die raue Landschaft im Norden Menorcas oder den sanfteren Süden der Insel zu erkunden.